{"id":263,"date":"2008-11-26T13:05:17","date_gmt":"2008-11-26T11:05:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zweitfrau.eu\/wordpress\/?p=263"},"modified":"2015-02-12T18:29:07","modified_gmt":"2015-02-12T16:29:07","slug":"unzufriedenheit-wachst-endlich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.zweitfrau.eu\/wordpress\/unzufriedenheit-wachst-endlich\/","title":{"rendered":"Unzufriedenheit w\u00e4chst endlich"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zweitfrau.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/rudi_dolezal.jpg\" alt=\"\" title=\"rudi_dolezal\" width=\"150\" height=\"158\" style=\"float:left; margin-right:20px;  margin-bottom:10px;\" class=\"alignnone size-medium wp-image-264\" \/><span style=\"line-height: 12pt;\"><strong>CHiLLi.cc <span style=\"font-size:12pt;\">&#151;<\/span> Europas unabh\u00e4ngige Jugendseite<\/strong> f\u00fchrte in KULTUR am Mittwoch, 26.11.2008 ein Interview mit <strong>Rudi Dolezal<\/strong> (Foto links), in dem dieser Zweitfrau mehrfach erw\u00e4hnte.<\/span><span style=\"font-family:Arial;font-size:12pt;\"><\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family:Arial;font-size:12pt;\"><strong>\u201eUnzufriedenheit w\u00e4chst endlich\u201c<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"line-height: 12pt;\"><strong>Rudi Dolezal \u00fcber Macht, Wolfgang Ambros, sein Bankkonto und sein vernachl\u00e4ssigtes Gitarrenspiel<\/strong><\/span><br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<span style=\"line-height: 12pt;\">CHiLLi: Fehlen heutzutage nicht die K\u00fcnstlertypen, wie Lang und Falco welche waren?<br \/>\nRudi Dolezal: Nat\u00fcrlich m\u00fcssen die Leute etwas haben. Aber ich finde dass zum Beispiel <strong>Zweitfrau<\/strong> durchaus Potenzial hat, auch Hansi Langs \u201eSlow Club\u201c h\u00e4tte Potenzial gehabt, obwohl er schon f\u00fcnfzig war. \u00d6sterreich wird international einfach nicht ernst genommen, man muss zumindest einmal hier einen Nummer-Eins-Hit schaffen, sonst braucht man erst gar nicht an die internationalen M\u00e4rkte gehen. Das war ja bei Falco nicht anders. Aber <strong>Zweitfrau<\/strong> oder der Slow Club haben in \u00d6sterreich gar keine Chance Nummer eins zu werden, weil ihnen die Plattform fehlt, vielleicht sollte man wieder einmal einen Sender gr\u00fcnden (lacht).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 12pt;\">CHiLLi: War das damals Ihr Beweggrund Viva zu gr\u00fcnden?<br \/>\nRudi Dolezal: Ja, weil ich so angefressen auf die Situation war. Wobei auch Viva mittlerweile k\u00fcnstlerisch bankrott und zum Vergessen ist, aber f\u00fcr f\u00fcnf, sechs Jahre hat Viva einiges bewegt. Ich h\u00e4tte halt die ganze Zeit dort sein m\u00fcssen. Au\u00dferdem machen die gro\u00dfen Konzerne alles kaputt. Aber gerade wenn ich an <strong>Zweitfrau<\/strong> denke, habe ich das Gef\u00fchl, dass die Unzufriedenheit mit der derzeitigen Situation endlich wieder w\u00e4chst \u2026<\/span><br \/>\n<!--more--><br \/>\n<span style=\"line-height: 12pt;\">CHiLLi: Unzufrieden sind auch die Plattenfirmen \u2026<br \/>\nRudi Dolezal: Ja, aber die hatten zehn Jahre Zeit, sich auf die jetzige Situation einzustellen. Ich habe bereits vor gut zehn Jahren gesagt, wenn die Plattenfirmen nicht umdenken, werden sie sich selbst ins Abseits schie\u00dfen und unn\u00f6tig werden. Und jetzt nehmen sie den K\u00fcnstlern auch noch immer mehr Rechte weg.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 12pt;\">CHiLLi: Aber trotz allem scheinen sie noch gebraucht zu werden.<br \/>\nRudi Dolezal: Ph\u00e4nomene wie Kruder-Dorfmeister (Weltweit gefragtes Produzenten- und Musikerduo aus Wien, Anmerkung der Redaktion) beweisen doch, dass man im Wohnzimmer eine Platte mit Leuten aus Rio aufnehmen kann, die man nie pers\u00f6nlich getroffen hat \u2013 in Wirklichkeit braucht man doch fast gar nichts. Und wenn die Plattenfirmen nichts mehr zu bieten haben, kann ich die K\u00fcnstler verstehen, wenn sie \u201efuck you\u201c sagen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 12pt;\">CHiLLi: Wer hat in \u00d6sterreich zuletzt \u201efuck you\u201c gesagt?<br \/>\nRudi Dolezal: Wolfgang Ambros gibt seit zehn Jahren keine Rechte mehr an Verleger ab, mit dem Effekt, dass er jetzt deren f\u00fcnfzig Prozent auch noch einstreift und die nicht fragen muss, ob er auf einer DVD seine eigene Musik verwenden darf (lacht).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 12pt;\">CHiLLi: DoRo hat f\u00fcr viele internationale Superstars und die meisten nationalen Stars gearbeitet. Wie viel Macht haben Sie in der \u00f6sterreichischen Musikszene?<br \/>\nRudi Dolezal: Das k\u00f6nnte ich dir sogar genau sagen, wenn ich den Kontostand des DoRo-Bankkontos auswendig w\u00fcsste. Ich kann es mir erlauben, Freunden was zu machen, die ein wenig abseits des Fokus geraten sind, auch wenn ich dabei keinen Cent verdiene. Aber mit Macht hat das nichts zu tun. Ich glaube, dass es eine gewisse Anerkennung gibt, in \u00d6sterreich nat\u00fcrlich auch sehr viel Neid. In Amerika werde ich vielmehr nach dem, was ich schon gemacht habe und nach meiner Qualit\u00e4t bewertet \u2013 und da habe ich null Angst vor einem Vergleich.<\/span> <\/p>\n<p><span style=\"line-height: 12pt;\">CHiLLi: Ber\u00fchmt waren Sie auch f\u00fcr Ihre Musikvideos, ist Ihnen die Lust vergangen?<br \/>\nRudi Dolezal: Nachdem ich mit allen Bands, die mich damals interessiert hatten, zusammen gearbeitet habe, habe ich f\u00fcr mich pers\u00f6nlich entschieden, keine Videos mehr zu machen. Wobei wenn hin und wieder was Interessantes von einer gro\u00dfen Band kommt, dann tun wir das schon. Ich m\u00f6chte jetzt mehr Longform machen, schlie\u00dflich habe ich meiner Mutter versprochen, den Oscar zu gewinnen. Auch wenn mir mein ehemaliger Mitarbeiter Ruzowitzky da jetzt zuvor gekommen ist\u2026<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 12pt;\">CHiLLi: Neidisch?<br \/>\nRudi Dolezal: \u00dcberhaupt nicht, ich gratuliere ihm herzlich dazu. Au\u00dferdem wer wei\u00df, ich arbeite zur Zeit an einer Semi-Dokumentation \u00fcber Veronica De Laurentiis. (Autorin von \u201eIch will mein Leben zur\u00fcck\u201c, Anmerkung der Redaktion) Das ist unter Umst\u00e4nden so eine Geschichte, wo\u2019s klappen k\u00f6nnte, weil da geht es um Frauenrechte, der Name ist bekannt und dann kommt es halt darauf an, wie ich das mache. Das ist eine interessante Sache, ich glaube dass ich mich dabei weiterentwickle.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 12pt;\">CHiLLi: Sie waren einmal ein ausgezeichneter Gitarrenspieler, warum hat\u2019s nie f\u00fcr eine Karriere gereicht?<br \/>\nRudi Dolezal: Ich habe zw\u00f6lf Jahre lang klassische Gitarre gelernt, unter anderem am Konservatorium, aber auch wenn mir das heute niemand mehr glaubt: Ich war damals zu sch\u00fcchtern um in meiner Clique zu sagen, dass ich ja auch Gitarre spielen k\u00f6nnte. Darum war ich nie in einer Rockband.<\/span> <\/p>\n<p><span style=\"line-height: 12pt;\">CHiLLi: Schade eigentlich.<br \/>\nRudi Dolezal: Wer wei\u00df. Ich habe relativ bald nach der Schule begonnen f\u00fcr den ORF Filme zu machen und irgendwann bin ich dann drauf gekommen, dass ich seit drei Jahren nicht mehr Gitarre gespielt habe. Es ist mir einfach nicht abgegangen. Ich habe das sp\u00e4ter so interpretiert, dass ich offensichtlich eine k\u00fcnstlerische Ausdrucksform gefunden habe, die mich noch mehr fasziniert hat, als Gitarre spielen. Aber ich bin jetzt wieder flei\u00dfig am \u00dcben \u2026<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 12pt;\">CHiLLi: Haben Sie jetzt doch noch eine Band gegr\u00fcndet?<br \/>\nRudi Dolezal: Nein, aber meine Mutter hat kurz vor ihrem runden Geburtstag gesagt: \u201eMein Gott der Bua hat einmal so sch\u00f6n spielen k\u00f6nnen.\u201c Das war vor f\u00fcnf Jahren. Eigentlich wollte ich ihr damals eine Freude machen und zu ihrem Achziger spielen, aber ich war einfach viel zu schlecht. Vielleicht beim n\u00e4chsten Geburtstag, vorgenommen hab ich es mir immer auf jeden Fall.<\/span><br \/>\n<i>(Zitatende)<\/i>\n<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>CHiLLi.cc &#151; Europas unabh\u00e4ngige Jugendseite f\u00fchrte in KULTUR am Mittwoch, 26.11.2008 ein Interview mit Rudi Dolezal (Foto links), in dem dieser Zweitfrau mehrfach erw\u00e4hnte. \u201eUnzufriedenheit w\u00e4chst endlich\u201c Rudi Dolezal \u00fcber Macht, Wolfgang Ambros, sein Bankkonto und sein vernachl\u00e4ssigtes Gitarrenspiel &nbsp; CHiLLi: Fehlen heutzutage nicht die K\u00fcnstlertypen, wie Lang und Falco welche waren? 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