Die KLEINE ZEITUNG Online schreibt am 20.05.2010 um 18:44 Uhr:
Herzschmerz auf Bühne und Eis
Die selbst ernannte “Rampensau” Diana Lueger, Sängerin bei “Zweitfrau”, ist mit dem Keyboarder ihrer Band verlobt. Sie erzählt über ihre Erfahrungen mit Liebeskummer.
Du singst über die Liebe. Hast du auch selbst schon einmal Liebeskummer gehabt?
DIANA LUEGER: Ja, sicher.
Wann und warum hast du das erste Mal Liebeskummer gehabt?
LUEGER: Mit 14 Jahren. Mein Freund war ein Jahr älter und hat die Schule verlassen. Ich wollte mich von ihm verabschieden, aber die Lehrerin hat mich nicht zu ihm gelassen.
Hast du auch Liebeskummer, wenn du jemanden verlässt?
LUEGER: Ja, als ich 23 war, bin ich nach Amerika gegangen, obwohl ich einen Freund in Wien hatte. Wir wussten nicht, ob die Beziehung auf die Distanz hin hält. Damals sind viele meiner Lieder entstanden.
Wie lange dauert Liebeskummer normalerweise bei dir und was hilft dir am besten in dieser Situation?
LUEGER: Das ist unterschiedlich. Mein erster Liebeskummer hat die ganzen Sommerferien über gedauert. Damals habe ich mir alle Folgen von Sex and the City angeschaut.
Was sollte man bei Liebeskummer auf keinen Fall tun?
LUEGER: Denken, dass “er” einen nie geliebt hat.
Und was hältst du von Internetbeziehungen?
LUEGER: Ich habe viele Freunde, die sich im Internet oder über Inserate kennengelernt haben. Natürlich muss man vorsichtig sein.
Tipps gegen Liebeskummer?
LUEGER: Sex and the City (lacht) und Freundinnen-Abende.
Denkst du, Liebeskummer verläuft bei Frauen gleich wie bei Männern?
LUEGER: Ich denke, es ist das gleiche Gefühl, aber wir gehen unterschiedlich damit um.
Diana Lueger als Mastermind von Zweitfrau weiß, was sie will. Weg vom Gitarren-Pop in deutscher Sprache, der das letzte Zweitfrau-Album wie auch die Hitparaden lang geprägt hat. Als clevere Pop-Musikerin weiß Lueger, dass man sich für Trends sensibilisieren und sie sich zeitgerecht aneignen muss. Sie weiß auch, dass man in Österreich für dieses Pop-Bewusstsein nach wie vor gern schief angesehen wird. Das ist ihr egal. Was bei Bands wie Groove Armada oder Goldfrapp als cool gilt, muss auch ihr erlaubt sein. Und so hüllen Zweitfrau ihre treibenden Dance-Nummern und fetzigen wie melodiösen Popsongs schamlos in den begehrten Sound der 1980er. Party ist angesagt, hedonistische Clubkultur wird propagiert. „Let‘s Dance“ ist der programmatische Auftakt, der hektische Beats mit fettem Synthie-Bass zusammenspannt. Danach gibt‘s jede Menge klangliche Referenzen an das Geburtsjahrzehnt der Sängerin: von verhallten Snaredrums über breite Synthie-Flächen bis zu schrillen Synthie-Hits. „Erinner dich“, „Wellenreiter“ oder „Clubkultur“ sind gut geschriebene Popsongs, die nicht mehr und nicht weniger sein wollen als genau das: Pop. Angeberisch, verführerisch, oberflächlich, leidenschaftlich mit euphorischen Refrains zum Mitsingen. Und in manchem Stück, wo deutscher und englischer Text vermischt und die opulenten Synthie-Streicher besonders dramatisch werden, schimmert gar ein bisschen historischer Falco durch.


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